Meandern

Erste Färbungen 2018

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Ein alter Leinenballen eines Kunden sollte neue Farbe bekommen. Die einzelnen Rollen sind so um die 3 m lang (bei einer Stoffbreite von um die 90 cm). Die verwendeten Farben sind Eisenoxid und Indigo.

Ich muss gestehen, das Ergebnis gefällt mir so gut, dass ich es wahrscheinlich für mich noch einmal wiederholen werde. Ich habe selbst in meinem Lager noch einen solchen Leinenballen. Und ich könnte mir sehr gut eine Jacke aus dem Anthrazit oder natürlich dem Indigoblau vorstellen.

Für den Rest des Monats werde ich mich hauptsächlich den Vorbereitungen zweier Workshops widmen. Anfang Februar bin ich drei Tage auf einer Fachtagung der Waldorfhandarbeitslehrerinnen, die sich einen Kurs über Shibori und die Fructoseküpe von mir gewünscht haben und im März bin ich, zusammen mit zwei anderen Fäberinnen, wieder in der OLG aktiv. Dieses Jahr wird es einen Kurs über resist dyeing (Dyeing for Effect) geben. Mein Teil dreht sich um Katazome, Liz Chin (aus Trinidad) führt in das mud dyeing ein und Kate Horner (aus Schottland) zeigt Färbungen mit Kaltwachs. Ich liebe die OLG dafür, dass wir eine derart internationale Gruppierung sind und die Expertise der Teilnehmerinnen so breit gefächert ist.

Das letzte Jahr war sehr gemischt. Nach dem Tod meiner Mutter (und meines Hundes am selben Tag) hatte ich das Gefühl, ich müsse mich gleich in Arbeit stürzen. Was eine Fluchtreaktion war und mich einige Zeit später, als ich dann die Wohnung meiner Eltern ausräumte, einholte. Das Ausräumen gestaltete sich emotional anstrengend und am Anfang brach ich regelmäßig in Tränen aus. Im Nachhinein betrachtet, war es gut, dass ich mir für das Ausräumen so viel Zeit gelassen habe und lassen konnte. Es war ein enorm kathartischer Prozess.

Inzwischen ist die Wohnung so gut wie leer (bis auf die Möbel, die ich behalten möchte) und eigentlich – eigentlich – wollten wir ja schon Ende letzten Jahres dort eingezogen sein. Und dann holte ich die Dübel aus der Küchenwand und die Tapete kam mir entgegen. Unter der Tapete fand ich dann zwei unmotivierte, aber aktive, Stromleitungen, stellete fest, dass die Stromleitungen noch die alten zweipoligen sind, beim Tapete entfernen im Wohnzimmer kam mir die Tapete mitsamt Putz entgegen und schließlich gab ich es auf.

Nun wird die Wohnung nach und nach richtig renoviert. Alle Tapeten (und der Putz, der unter Umständen daran hängt) kommen runter. Ich lege neue Stromleitungen (keine Angst, der Elektriker schließt das alles an und kontrolliert sie vorher) und alles wird neu gemacht. Immerhin muss ich nicht noch die Wasserleitungen erneuern, das haben wir schon vor ein paar Jahren hinter uns gebracht. Nachdem mein Gatte leider zwei linke Hände, keine Erfahrung und vor allen Dingen kein Interesse an all dem Bauen hat, werde ich es wohl allein machen, weswegen sich die ganze Geschichte hinziehen wird. Aber danach ist die Wohnung wenigstens gemacht und wir können in Ruhe dort einziehen. Es dauert so lange wie es halt dauert und das ist auch in Ordnung so. Es drängt uns ja nichts und niemand. Wir leben immer noch in unserm Haus, immer noch in derselben Wohnung und es macht keinen wirklichen Unterschied, ob wir im ersten Stock oder im Erdgeschoss leben. (Auch wenn ich endlich im Erdgeschoss mit der Terasse und dem freien Zugang zum Garten leben will :o))

 

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