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Was ist nicht alles passiert

Boah, was ist nicht alles passiert seit meinem letzten Eintrag im August. Ich hatte ein paar Schülerinnen vor Ort, die wunderbare Färbungen gemacht haben und ich konnte mich auch ein bisschen selbst mit Färbungen beschäftigen, aber vor allen Dingen habe ich mich gekümmert.

Um meine Mutter, die immer weiter abbaute und seit Oktober auch noch um meinen Hund, der sehr krank wurde. Beides kostete Zeit und vor allen Dingen Energie. Und keines davon ging gut aus.

Mittwoch vor einer Woche musste ich dann meinen Hund einschläfern lassen. Er hätte sich nur noch weiter gequält und das konnte ich ihm nicht antun. Ich kam also mittags vom Tierarzt nach Hause, heulte, trauerte, fühlte mich leer und schwach und bekam um 16 Uhr einen Anruf vom Pflegeheim, dass meine Mutter einen Kollaps hatte und ich kommen solle. Nach Absprache mit dem behandelnden Arzt und gemäß ihrer Wünsche (das hatten wir zum Glück schon vor einigen Jahren geklärt), ließen wir sie im Heim, wo sie dann in meinem Beisein kurze Zeit drauf verstarb. Freitag ist Beerdigung.

Und ich bin nach diesen Wochen und Monaten des Kümmerns und Sorgens nun etwas leer und verloren. Das gesamte letzte Jahr war nur eine Sorge um meine Mutter, Pflege, Organisation. Und nun stehe ich da und muss mein Leben irgendwie neu sortieren. Dass mein Hund auch gestorben ist, hilft nicht dabei und hat mir einen Fixpunkt, eine feste Struktur in meinem Leben entzogen. Mir fehlen die Spaziergänge. Mir fehlen die 10 – 15 km am Tag, die wir zusammen durch den Wald gezogen sind. So sehr, dass ich freiwillig zu Fuß in die Stadt laufe, um dort meine Erledigungen zu verrichten.

Meine Zeit verbringe ich im Augenblick nun mit dem Abschließen des Lebens meiner Mutter. Ich versuche alle Papiere zusammenzubekommen, suche Versicherungen, Aboinformationen ihrer vielen Zeitschriften und bin am Ausräumen der Wohnung meiner Mutter. Sie hat bei uns im Haus gelebt und eigentlich hätte ich damit schon anfangen können, als sie ins Pflegeheim gekommen ist. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich noch so sehr das Gefühl, dass das ja alles ihr gehört und ich eigentlich gar kein Recht dazu hatte, etwas wegzuwerfen. Und glaubt mir, es muss viel weggeworfen werden. Meine Mutter hat Dinge gesammelt und gehortet. Keine Wertsachen, keine wirklich interessanten Sachen, sondern Dinge. Dazu kam, dass mein Vater noch zu der „das kann man noch gebrauchen“-Generation gehörte und nach dessen Tod ich nur rudimentär ausräumen durfte. Und ja, es sind tatsächlich Sachen dabei, die „man“ noch gebrauchen kann. Wir haben vor Ort einige Orte und Organisationen, durch die diese Sachen dann auch bei Menschen landen können, die sie noch gebrauchen. Da gibt es den Recyclinghofladen am hiesigen Wertstoffhof, der Oase e.V., bei denen auch die 15 kg Hundefutter gelandet sind, die ich nicht mehr benötigte und ein paar andere. Weswegen ich halt auch keine Entrümpelung oder einen großen Container hole, sondern sortiere. Vielleicht ist das sogar eine gute Sache, ich muss mich mit all dem nun bewusst befassen. Aber angesichts der vielen Dinge, in dieser Wohnung, verzweifle ich im Moment etwas.

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2 Kommentare zu „Was ist nicht alles passiert

  1. ich möchte dir einfach beistehen..du darfst verzweifeln..trauern..alles du musst nun nicht funktionieren..lass dir zeit mit dem sortieren aufräumen.. lagere es ein..lass dir helfen.. und mache ein wenig jeden tag.. ich habe gemerkt..nur so geht es.. und wie schlimm für dich dein hund zugleich der dir halt gegeben hätte.. Gibt es nicht menschen in deiner nähe, die dir da arbeit abnehmen können..ich musste auch lernen um hilfe zu bitten.. es ist ein große scheu, auf trauernde zuzugehen, ich denke das wird ein langer weg..da hilft nur..gehe ihn schritt um schritt pausiere..halte inne..setze dich, schaue zurück.schaue in den himmel, halte zwiegespräche mit deinem hund deiner mutter..sie sind immer noch bei dir.. du bist da nicht völlig allein! .erinnere dich an schönes..so tankst du kraft für die nächsten schritte liebe grüße wiebke

  2. Hallo Du, ich möchte dir eine Umarmung dalassen und Dir mein tiefstes Mitgefühl aussprechen. Ganz schön heftig was du grade erlebst. Und ja lass Dir Zeit, es muß sich nun alles neu finden. Und ich kann mir durchaus vorstellen das das langsame aussortieren dabei sehr hilfreich sein kann, Zeit damit auch die Seele mitkommt. Herzliche Grüße ❤

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