Drucken · Farben · Shibori

Kursvorbereitungen

Im Mai gibt es ja meinen Onlinekurs Katazome, Shibori und Drucken auf Baumwolle. Soweit so schön, doch so ein Kurs bedarf Vorbereitung.

Seit Januar bin ich dabei Versuche mit Papier und Leinölfirnis bzw. Halböl und Schlussfirnis anzustellen, auf der Suche nach Katagama (dem Papier für die Schablonen), das man selbst herstellen kann. Noch härten die Papiere aus und darin sehe ich das größte Problem. Denn der Leinölfirnis und auch die anderen Firnisse benötigen sehr lange für die Polymerisation. Leinöl und andere Öle trocknen nicht, sondern bilden mit Hilfe des Sauerstoff aus der Luft zusammen mit dem Untergrund eine Art organischer Einheit. Polymere, also aus vielen gleichen Teilen aufgebaute Molekülketten. Diese Molekülketten haben eine bessere Festigkeit als der ursprüngliche Stoff. Deswegen schützen diese Öle Holz auch so gut.

Jetzt ist es aber so, dass diese Polymerisation ziemlich lange braucht. Auch wenn es immer heißt, dass die Sikkative (Trocknungsmittel) im Leinölfirnis die „Trockenzeit“ auf etwa 24 Std. herabsetzt, bedeutet es bei Holz auch nur, dass die Oberfläche nach 24 Std. berührungstrocken ist. Denn die eigentliche Polymerisation findet innen statt und dauert auch bei Firnis noch Tage oder Wochen. Der Arbeitstisch, den ich Anfang Dezember damit eingelassen habe und den ich nach ein paar Tagen oberflächentrocken bekam, war erst nun Anfang Januar wirklich benutzbar. Vorher war der Firnis noch nicht vollständig ausgehärtet.

ölpapier
ob die Flecken Lufteinschlüsse sind oder das Öl einfach nur unterschiedlich aushärtet, werde ich erst in ein paar Wochen erkennen können.

Für mein Papier bedeutet das: Ich habe am 27. Januar die ersten Papiere mit unterschiedlichen Firnissen behandelt. Aquarellpapier, Blätter aus meinem Skizzenblock, Zeitungspapier und Papier zum Linoleumdruck. Heute konnte ich das erste Mal das Papier anfassen und es klebte nicht mehr spürbar. Das Papier meines Skizzenblock war tatsächlich schon so ausgehärtet, dass ich spürbar merkte, es tut sich was. Was aber bedeutet, dass ich nun nach 2 Wochen immer noch nichts mit dem Papier machen kann. Fände ich nicht schlimm, wenn es sich nur um meine eigenen Experimente handeln würde. Aber für die Teilnehmerinnen im Kurs sind das schlechte Nachrichten. Sie werden vielleicht im Kurs die Papiere einlassen aber sicher nicht benutzen können. Also suche ich weiter nach passendem Papier für die Schablonen.

Auf der Shiboriseite war ich auch schon vorbereitend tätig.

shibori_prep_3

Die letzten gut zwei Wochen habe ich gestichelt. Ich habe drei Schals in Vorbereitung. Etwa 120 x 35 cm, alle drei mit mokume shibori Mustern, mal positiv, mal negativ um unterschiedliche Möglichkeiten zeigen zu können.

Gestern Abend wurde ich endlich, nach über 40 Stunden nähen, mit den Schals fertig und habe heute, bei düsterem Lichtverhältnissen das erste Video für den Kurs gedreht.

shibori_prep_2

Ich werde es dann nachher auf den PC ziehen und umwandeln lassen und mal anschauen und hoffe inständig, dass es trotz des schlechten Licht geklappt hat.

Danach geht es ans Zusammenziehen.

shibori_prep_1

Die Arbeit, die ich an dem genähten shibori am wenigsten mag, denn danach tun mir immer die Hände so weh. Aber es geht nicht ohne. Deswegen mein Rat: Solche Arbeiten nur mit guten Schutzhandschuhen machen.

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3 Kommentare zu „Kursvorbereitungen

      1. kann man im Netz bestellen, und geht vielleicht ohne Beschichtung..oder wie wäre es mit Wachsbeschichtung? Wachsöl? Ich kenne mich da leider auch nicht so aus, erinnere mich nur an deinen Beitrag damals. Hanfpapier ist halt viel Fester als Baumpapier

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