Formen · Meandern · Quilten

Hex, Hex

Ich liebe Hexagons. Um Tiny Owls Beekeeper’s Quilt schleiche ich ja schon seit seiner Erstveröffentlichung herum und auch diese ganzen Grandmother’s Garden Quilts machen mich unglaublich an. Überhaupt ‚Hexagon‘, allein das Wort. Ein sechsseitiges Polygon mit einem inneren Winkel von 120° – cooool. Seifenblasen neigen dazu sich aus Hexagonen zusammen zu setzen. Ganz zu schweigen von den berühmten Bienenwaben. Eine komplexe natürliche Form, die platzsparend am meisten unterbringt und dazu noch optisch unglaublich attraktiv ist.

Vor vielen, vielen, vielen Jahren, damals noch im Studium, hatte ich einer Freundin geholfen ihre English Paper Piecing (EPP) Papierchen aus Zeitungen auszuschneiden. Götter, dauerte das lange. Und dann den Stoff noch dazu ausschneiden. Und den Stoff um die Papierchen bügeln, heften, zusammennähen usw. Ich bin ja wirklich jemand für slow craft (sonst würde ich meine ganzen Färbungen nicht so machen, wie ich sie mache), was mich daran jedoch abschreckte war dieses fuzzelige Zeitungspapier, aus dem wir die Vorlagen ausschnitten. Mit der Hand. Nachdem wir sie mit der Hand und Lineal aufzeichneten. Ich bin nicht genau genug dafür. Ich kann alles mögliche und ich kann mich wochenlang hinsetzen und was nähen oder sonstwas machen, aber ich kann nicht so genau irgendetwas vorzeichnen und dann mit der Schere ausschneiden. Ich hatte meiner Freundin damals gerne geholfen, aber es war Strafarbeit für mich.

hexxie punch 2

 

Deswegen und weil ich einfach Schiss davor hatte 5000+ Hexxies aus Papier auszuschneiden und dann noch einmal aus Stoff, habe ich bislang die Finger von EPP und einem Hexagonquilt gelassen. Doch dann fand ich bei Pinterest jemanden, der die Hexxies mit einem Schablonenstanzer ausstanzte. (Erwähnte ich schon einmal, dass ich Pinterestfanatikerin bin? Ich liebe Pinterest. Es ist wie Facebook, nur ohne das ganze Geschnatter ;o) Einfach nur Bilder und Ideen.) Dieser spezielle Schablonenstanzer, den Bonnie Hunter verwendet, war mir dann aber doch ein bisschen zu teuer und ich wollte das Teil nicht aus den USA importieren müssen. Also suchte ich herum und landete bei meiner Lieblingswerkzeugfirma Fiskars. (Ich weiß, ich klinge wie eine Sales Woman, aber ich bin wirklich einfach nur in Fan von denen.) Die haben eine Stanzzange mit einem perfekten 2″ Hexagon. Genau die richtige Größe, um noch klein genug zu sein, damit man hübsche Hexagonfelder auch für kleinere Objekte nähen kann und gerade groß genug, damit man nicht wahnsinnig bei dem Gedanken wird, dass der nächste Quilt 5332 Hexagone brauchen wird. (Das wäre das 1″ Hexagon bei einem 62″ x 86″ Quilt, also meiner geliebten ca 150 x 220 cm Größe.)

Wie ihr seht, ist der Puncher einen Tikken zu groß für meine kleinen Hände. Allerdings nicht so sehr zu groß, dass ich ihn überhaupt nicht nutzen könnte. Ich nehme allerdings an, wenn jemand nicht gerade so kleine Patscher hat wie ich, dann geht es noch einfacher. Der linke Griff ist starr, es bewegt sich nur der rechte und schiebt das Stanzteil von unten durch den Karton/das Papier nach oben. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, ich kann ihn sowohl mit links als auch mit rechts verwenden. Damit ist er für mich unentschlossene Linkshänderin ideal.

hexxie punch

Mein Vater war ja auch so ein Jäger und Sammler und so fand ich in seinen Sachen eine Schachtel mit Kartonstreifen. Gut geplant, kriege ich aus einem Streifen 20 2″ Hexagons. Fünf Streifen 100 Hexxies und ich brauche ja nicht wirklich 2000+ Hexxie-Schablonen für den Quilt, man kann sie ja vorher rausmachen.

hexxies
Die gesammelten Hexxie-Schablonen und zwei Rosetten, die ich mal ausprobiert habe. Es klappt. 

Das nächste Problem war dann den Stoff so genau zuzuschneiden, dass man also die 2 1/2″ Hexxies hinbekommt. Darf ich mal laut lachen? HAH! Ich und sowas genau zuschneiden. Über 2000 Mal und immer noch genau? Nope, keine Chance. (Liegt natürlich auch daran, dass ich keinen neuen Quiltstoff benutze, sondern was ich halt so an Stoffresten und alten Sachen so finde. Das genaue Zuschneiden mit dem Quiltstoff ist deutlich einfacher als – sagen wir einmal – ein altes Nachthemd aus Jersey und ein dünner Baumwollstoff aus einem alten Puppenwagen usw.) Wieder eine Hürde (und der Grund, warum ich mich bislang noch nicht an irgendwelche wirklich hübschen aber aus diffizilen Formen bestehenden Quilts getraut habe. Zuschneiden? So genau?) Aber da half mir Bettina raus, indem sie mich auf Posie gets Cozy aufmerksam machte. Alicia nimmt Quadrate. Jo, Quadrate kann sogar ich hinkriegen und zuschneiden.

hexxies square

Und so sitze ich nun nebenbei da und hefte Hexxies. Ich finde das Heften sogar sehr meditativ. Diesen Vorgang mag ich daran. Zum Test, ob das so auch wirklich hinhaut, wie ich das nun mache, habe ich auch schon einmal zwei Rosetten zusammengenäht und siehe da, es geht. Ich kann’s. Ohne Zeitungspapier und ohne Hexxies genau ausschneiden zu müssen. Yippie, ich kann endlich Hexxies nähen ;o)

hexxie rosette

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10 Kommentare zu „Hex, Hex

  1. Hallo Uli, wäre kleben hier nicht eine Alternative. Ich habe dir mal 2 Youtube-Videos-Links als Inspiration angefügt. Ich nehme hier Pritt Klebestift Lösemittelfrei und mit Kaltwasser auswaschbar.

    Gruß
    Birgit

  2. mir gehts da wie Birgit, heften – ist doof:) ich gebe gerne zu, dass bei solchen quilts, bei denen ueber jahrzehnte hexies gesammelt werden, heften besser ist. aber ich benutze „masking tape“, eben dieses, ehm, tapetenklebeband oder kreppband oder wie das grad heisst. da schneid ich mir kleine stueckchen zu entlang der tischkante, so fuer 50-6 hexies, klebe sie ratzfatz – und kann sie hinterher auch wieder abziehen. ok, das kreppband ist natuerlich nicht wieder verwendbar, aber es bleibt kein kleber am stoff (ist mir auch ein greuel!) und die papierschablonen kann man auch mehrfach verwenden, wenn man sie nicht grad aus zeitungspapier geschnitten hatte! es lebe die faulheit:) bei laengerem liegen dagegen loest sich das klebeband entweder – oder es wird bombenfest, je nach qualitaet des kreppbands. aber einige wochen haelt es bei mir schon immer….

    1. Da ich die Hexies eher mal so nebenher mache und alle in einer Schachtel sammel, werde ich wohl bei dem Heften bleiben. Aber für andere Projekte ist die Idee mit dem Kreppband recht nett. Gefällt mir besser als der Kleber. Da bin ich wohl ein bisschen konservativ ;o)

  3. Hach ich freu mich mit Dir, genial! Ich bin ja da ziemlicher Laie und werden bei Patchwork und Quilten mal eher in freiform, anfangen, sammel auch schon länger Stoff dafür. Aber die Hexis machen einen schon an…kannst Du mal eins von der Rückseite zeigen und erzählen wie das weitergeht?

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